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Maxi Obexer
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"Ein gelungener, relevanter Text.“
Florian Kölsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung - F.A.Z.

Fremd bin ich ausgezogen

(…) Die sprachliche Ausgangssituation nutzt Obexer vor allem im starken ersten Teil des Buches gekonnt, um eine Art deutsch-deutsche Einwanderungsgeschichte entstehen zu lassen, deren Symbolik tiefgreifenden Wert hat. (…)
Obexer beleuchtet anhand ihrer eigenen – wohl gemerkt innereuropäischen Wanderung das bürokratische Wirrwarr bei Staatenwechsel wie auch die Bedeutung von Nationalstaaten in Zeiten offener Grenzen.
Es werden grundlegende Fragen zur Krise der europäischen Identität aufgeworfen, die Obexer auch durch ihre eigene Vita kennt und in bemerkenswerter Manier daran zu erläutern versucht. Die Deutsch-Italienerin hinterfragt in ihrem Essay mehrfach das Konzept einer Landeszugehörigkeit, erzählt davon, dass sie im Gespräch in einem Berliner Café weder als „Wessi“ noch als „Ossi“, aber als „Südin“ bezeichnet wurde. Essentielle Fragen der kulturellen Zugehörigkeit werden hier hinterfragt, das grundlegende Staatendenken scheint in diesem Zusammenhang obsolet – ein Resultat des offenen Europas?
Doch woran macht sich Zugehörigkeit fest? An einem dialektfreien Hochdeutsch etwa? Oder am richtigen Personalausweis? Hier werden Fragen der Heimat, der modernen Identität aufgeworfen. Und diese müssen – so Obexer, nach dem schicksalhaften Sommer 2015 neu gedacht werden: für die Schriftstellerin war es der Sommer, an dem man über „die Grenzen hinaus“ und in ein „Europa hinein“ dachte. Die „Festung Europa“ und der latente Nationalismus schienen in diesen Tagen überwunden. Doch wie viel ist davon heute noch übrig – im Europa von Kurz, Orbán und Kaczyinsky?
In seiner Art und Weise ist der Romanessay von Maxi Obexer sicherlich etwas Besonderes und auch, speziell in den Passagen, in denen Obexer ihr eigenes Leben in Südtirol und Berlin erzählt, ein gelungener, relevanter Text.
[Florian Kölsch]

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Europa-Express
„Ein Buch, das in diese unsichere Zeit passt: klug, nachdenklich, bedrückend und gleichzeitig doch ermutigend.“ - Lisa-Marie Davies

In ihrem Romanessay reflektiert Maxi Obexer das Fremdsein innerhalb der Grenzen Europas.

"Was bedeutet Identität, Europa, Mensch sein? Auf nur 112 Seiten gelingt es der in Südtirol, Italien geborenen und in Berlin lebenden Autorin Maxi Oberer, die mit ihrem Buch beim diesjährigen Bachmannpreis-Wettlesen vertreten war, diese Fragen zu thematisieren. Sie schafft einen Romanessay, der neue Gedanken wagt – darüber, wie Europa sein müsste, damit die einen Menschen nicht mehr privilegiert und die anderen nicht mehr benachteiligt sind. Die Handlungen und Gedanken werden spannend erzählt und nehmen die Leser*innen mit. Ein Buch, das in diese unsichere Zeit passt: klug, nachdenklich, bedrückend und gleichzeitig doch ermutigend. "
Lisa Marie Davies, Missy Magazine [>>]

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Fremdsein – ein Menschheitsgefühl

Maxi Obexer beschwört "Europas längsten Sommer"

"Ich empfehle daher allen, die für den nächsten Bundestag unseres Landes kandidieren, Maxis Obexers Roman zu lesen, bevor sie – falls die Wählerinnen und Wähler ihnen das Mandat dazu erteilen – auf der Abgeordnetenbank Platz nehmen – und den Wählerinnen und Wählern empfehle ich die Lektüre gerne ebenso: Europas längster Sommer könnte als Entscheidungshilfe bei der Einordnung der Europapolitik der jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten dienen und somit helfen, das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen!"
Wolfgang Schiffer in: „Wortspiele" [>>]

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Europas längster Sommer

Was passiert während einer Einwanderung mit dem, der wandert? Was ist das für ein Ort, in den man einwandert? Aber vor allem: Was wandert da in einen selbst ein? Diese Fragen verhandelt Maxi Obexer in ihrem Roman, indem sie die Geschichte ihrer eigenen Einwanderung aus Südtirol nach Deutschland neben die der Flüchtlingsbewegungen im Sommer 2015 stellt – dem längsten Sommer Europas.
[...] Allgemeines findet sich im Autobiographischen, Einzelerfahrungen stehen neben Kollektivgeschichten. Diese Vermischung und die schnörkellose, aber originelle Sprache machen das Buch zu einem lesenswerten Nachdenken über das Verhältnis von Nationalstaat, Bleiberecht und dem individuellen Gefühl des Willkommenseins.
Kristin Böschen, Libertine [>>]

Weitere Zitate/Rezensionen [>>]

 

Europas längster Sommer, Roman von Maxi ObexerMaxi Obexer

Europas längster Sommer

Roman
Verbrecher Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783957322715

„Europas Längster Sommer“
wurde für den Bachmannpreis 2017 nominiert.

Buchpremiere am 1. August 2017
im Literarischen Colloquium Berlin
Moderation: Tanja Dückers

 

Auf einer Zugfahrt von Italien nach Deutschland mit dem Ziel, in Berlin ihren deutschen Pass in Empfang zu nehmen, kehren die Jahre ihres Einwanderns zurück, die Zeiten des Übergangs vom Fremden ins Vertraute, Menschen und Momente die aufblitzen und erkennen lassen, was da alles in sie eingewandert ist.
Kurz vor der italienisch-österreichischen Grenze steigen sechs junge Männer dazu; sie könnten auch Jugendliche sein auf dem Weg zum Fußball oder zum Trompetenunterricht.
Sie sind es nicht. Doch was trennt diejenigen, die nach Europa einwandern, von denen, die es innerhalb Europas tun? Was bedeutet es zu gehen – und was heißt ankommen?
Auf diese und andere Fragen findet Maxi Obexer überraschende Antworten.

 

„Ankommen bedeutet, dass du einen Weg zurückgelegt hast, von deinem Herkunftsland in ein anderes. Alle Wege, die du gehst, verändern dich mit jedem Schritt. Diesen Weg gehst du nicht nur in eine Richtung. Du gehst ihn vor und zurück. Du verlierst mit jedem Mal etwas, doch was du verlierst, bleibt bei dir und wird dir nahe. Was dir aber nahe ist, macht dich verletzbar.“

 

Ohne es sich genau zu überlegen, ohne es genau zu wissen oder wissen zu wollen, leisten sich die europäischen Länder in ihrem Inneren ein grundsolides nationalistisches Denken.Ein Denken, dem die Logik des Ausschlusses bis in die kleinste Haarspitze hinein einverleibt ist. Das ihren Marginalisierten und Minderheiten fortwährend bescheinigt, dass sie nicht gleichwertiger Teil des gesellschaftlichen Ganzen seien. Aber was dann? Dasselbe System ist ja dafür verantwortlich, dass es "Randständige" gibt, oder hat Länder annektiert und damit Minderheiten geschaffen. Warum wollte man sie dann überhaupt?


Lesungen Termine

Buchpremiere am 1. August 2017 im Literarischen Colloquium Berlin, LCB, im Gespräch mit Tanja Dückers

Lit.Ruhr am 5. Oktober 2017
In einer Diskussion mit Claus Leggewie "Europa zuerst".
Moderation: Thomas Laue

Fahimi-Bar Berlin am 19. Oktober 2017
Buchvorstellung des Verbrecher Verlages,
mit Jörg Sundermeier, Verleger

Literaturhaus Innsbruck am 28. November 2017

Landesbibliothek Friedrich Tessmann, Bozen, Südtirol am 5. Dezember 2017
Im Gespräch mit Marlene Streeruwitz

Hans-Otto-Theater Potsdam am 11. Dezember 2017
Im Gespräch mit Ulrike Draesner, Schriftstellerin